Wechseln zu: Navigation, Suche

TUB:Seminar:2016 1:Arbeitszeit und Zeitwohlstand

Arbeitszeit und Zeitwohlstand - Kommentierte Linkliste

Kurzvortrag

Ziel des Kurzvortrags ist es einen thematischen Impuls von etwa drei bis vier Minuten länge zu geben, der als Auftakt für die weitere Diskussion dient. Der Impuls sollte sowohl einen allgemein Überblick liefern, als auch zwei, drei Details liefern. Zur Orientierung und Vorbereitung sind im folgenden einige zentrale Fragen und kommentierte Links aufgelistet. Gerne können aber auch eigene Informationsquellen genutzt werden. Wie ist die historische Entwicklung der Arbeitszeit in Deutschland? In Bezug auf Tagesstunden, Wochenstunden, Jahresstunden und/oder Lebensstunden?

  • Seit wann ist Sonntag ein allgemeiner arbeitsfreier Tag? Von wann bis wann ist der Sonntag ein regulärer Arbeitstag gewesen? Für wen? Wie war das vorher? Wie ist das heute? Ist der arbeitsfreie Sonntag in Gefahr?
  • Seit wann ist der Samstag für viele kein Arbeitstag mehr? Wie haben das die eigenen Eltern erlebt? Welche politischen Handlungen haben dazu geführt, dass der Samstag kein allgemeiner Arbeitstag mehr ist? Kommt es zu einer Aufweichung?
  • Welche Maßnahmen gab es in der DDR, um von Erwerbsarbeit zu entlasten damit die private Sorgearbeit vollzogen werden konnte?
  • Historische Entwicklung der Arbeitszeit

Entwicklung der wöchentlichen Arbeitszeit

Der folgende Wikipedia Artikel gibt eine gute Auflistung wie die historische Entwicklung der Arbeitszeit in Deutschland war: Von der 7-Tage-Woche mit über 80 Stunden bis hin zur 5-Tage-Woche mit etwa 40 Stunden - https://de.wikipedia.org/wiki/Wochenarbeitszeit

Entwicklung Arbeitszeit in den letzten Jahrzehnten - Bundeszentrale für politische Bildung / WSI

Die durchschnittlich je Erwerbstätigen geleisteten Arbeitsstunden in Deutschland haben sich seit 1970 nahezu jedes Jahr verringert - aber in den letzten 15 Jahren stagniert diese Zahl. Da parallel die Zahl der Erwerbstätigen insgesamt zugenommen hat, sind für diese Veränderungen in erster Linie strukturelle und nicht konjunkturelle Gründe verantwortlich. http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61711/arbeitszeit

Vergleiche hierzu die Auflistung des WSI - http://www.boeckler.de/wsi-tarifarchiv_4831.htm

"Samstags gehört Vati mir" - Deutschlandfunk

Nur noch die Älteren erinnern sich daran: In den fünfziger Jahren gab es für Arbeitnehmer keinen freien Samstag. Arbeiter, Angestellte und Beamte arbeiteten sechs Tage in der Woche täglich acht Stunden lang. Bei den 1.-Mai-Feiern 1954 spielte deshalb der Kampf um kürzere Arbeitszeiten eine zentrale Rolle. 40 Stunden und 5-Tage-Woche waren das Ziel, denn – so hieß es im Aktionsprogramm des Deutschen Gewerkschaftsbundes. http://www.deutschlandfunk.de/samstags-gehoert-vati-mir.724.de.html?dram:article_id=97863

Arbeitszeiten in Deutschland - Entwicklungstendenzen und Herausforderungen -für eine moderne Arbeitszeitpolitik - Studie der Böckler Stiftung / WSI

Die Arbeitszeit ist in den beiden letzten Jahrzehnten kürzer, heterogener und flexibler geworden. Von einem einheitlichen Arbeitszeitmuster kann längst nicht mehr die Rede sein. Die Entwicklung zeigt sich auch in der tariflichen Arbeitszeitpolitik: Die Verkürzung der tariflichen Wochenarbeitszeiten seit den 1980erJahren wurde begleitet von einer starken Flexibilisierung der Arbeitszeiten; in begrenztem Umfang wurden individuelle Zeitoptionen vereinbart. Eine Reihe von Problemen fordert eine neue Arbeitszeitpolitik heraus: so führen Flexi-Konzepte zu sozialen und gesundheitlichen Belastungen bei den Beschäftigten; die Arbeitszeiten polarisieren sich, zwischen Frauen und Männern besteht eine große Arbeitszeitlücke (Gender Time Gap), die eng mit der beruflichen und sozialen Ungleichheit der Geschlechter verknüpft ist; Arbeitszeiten sind immer schwerer messbar und spielen bei ergebnisorientierter Leistungssteuerung in den Betrieben kaum noch die Rolle einer effektiven Begrenzung der Leistungsverausgabung.

Viele schöne Graphen und Statistiken. - http://www.boeckler.de/pdf/p_wsi_report_19_2014.pdf

Kellog's Six Hour Day

A six-hour day at the Kellogg Company plant liberated time for family and community, and provided jobs for the unemployed - Benjamin Hunnicutt The 40-hour-plus workweek has been part of the US job system for so many years that many people think of it as a natural law. Historian Benjamin Hunnicutt has spent years researching one company – Kellogg’s – that broke that law by cutting work hours. He talked to hundreds of workers, many of whom recall the freedom and creativity unleashed by the extra time. http://www.context.org/iclib/ic37/hunnicut/

Bezahlte / unbezalte Arbeitszeit

Developments in collectively agreed working time 2013 - Eurofound - EU-Statistik Vergleich zwischen den einzelnen EU Staaten in Bezug auf vertraglich geregelte Arbeitszeit, tatsächlich geleistete Arbeitszeit usw. Sehr gute Quelle für eine Vielzahl von Statistiken. Der Zeit Artikel “Was man über Mehrarbeit wissen sollte” bezieht sich unter anderem auf diese Studie. http://www.eurofound.europa.eu/observatories/eurwork/comparative-information/developments-in-collectively-agreed-working-time-2013#hd5

Wöchentliche Arbeitszeit - Bundestamt für Statistik

Vertraglich vereinbarte und tatsächliche Arbeitszeit in Deutschland - Achtung: Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigung werden oft zusammengerechnet. https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Indikatoren/QualitaetArbeit/Dimension3/3_1_WoechentlicheArbeitszeit.html

Was man über Mehrarbeit wissen sollte - Die Zeit

In kaum einem EU-Land werden so viele Überstunden gemacht wie in Deutschland. Aber was sagt eigentlich das Arbeitsrecht zu permanenter Mehrarbeit?

Deutschland ist innerhalb der Euro-Zone das Land, wo die meisten Überstunden geleistet werden. Das ergab kürzlich eine EU-Studie. Im Durchschnitt arbeitet hierzulande demnach jeder Arbeitnehmer fast drei Stunden mehr als er laut Arbeitsvertrag eigentlich soll: Die vertraglich vereinbarte Wochenarbeitszeit in Vollzeit beträgt durchschnittlich 37,7 Stunden, doch tatsächlich arbeiten die Deutschen im Schnitt 40,4 Stunden pro Woche (in Vollzeit). http://www.zeit.de/karriere/beruf/2014-09/ueberstunden-mehrarbeit-arbeitsrecht

Überstundenrechner für Ingenieur_innen - IG Metall

Ganz einfach berechnen, wie viel Geld einem durch unbezahlte Mehrarbeit verloren geht und wie viel Gewinn letztlich der Arbeitgeber macht. http://azr.engineering-igmetall.de/

DGB Index Gute Arbeit

Report 2014 – Mit dem Schwerpunkt Arbeitszeitgestaltung - Studie des DGB Im Rahmen des DGB-Index 2014 wurden die Beschäftigten auch danach gefragt, welche Möglichkeiten sie haben, auf die Gestaltung ihrer Arbeitszeit Einfluss zu nehmen. Dabei zeigt sich eine sehr ungleiche Verteilung von Gestaltungsoptionen. Auffällig ist, dass Beschäftigte mit größerer Arbeitszeitsouveränität im Durchschnitt einem geringeren Zeitdruck ausgesetzt sind als diejenigen, die nur einen geringen oder gar keinen Einfluss auf Arbeitszeitgestaltung haben. - http://index-gute-arbeit.dgb.de/++co++e9e9ca56-7a41-11e4-93ae-52540023ef1a

4-in-1-Modell von Frigga Haug

Die Vier-in-einem-Perspektive (4 in 1) von Frigga Haug orientiert auf eine Veränderung des gesellschaftlichen Zeitregimes: Eine radikale Verkürzung der im Erwerbsleben verbrachten Zeit soll Räume öffnen für die Beteiligung aller nicht nur an den Erfordernissen der menschlichen Reproduktion – dem »Mensch- Mensch-Bereich« –, sondern auch am Bereich politisch-gesellschaftlicher Teilhabe und der »Arbeit an sich selbst«. Haug will oft auf Teilbereiche beschränkte Bewegungen verknüpfen: »diejenigen, die der Lohnarbeit als fremd verfügter Arbeit entspringen; diejenigen, die aus der Verfügung der Männer über die Frauen herrühren; diejenigen, welche die Abtrennung des Politischen von den unmündigen Subalternen durchbrechen; und schließlich diejenigen, die dagegen protestieren, dass den meisten Menschen die konkret-mögliche Entwicklung ihrer Anlagen vorenthalten wird« Im Fokus von Frigga Haugs Vier-in-einem-Perspektive steht die Utopie einer gerechten Verteilung von Erwerbsarbeit, Familienarbeit, Gemeinwesensarbeit und Entwicklungschancen. Sie entwickelt einen Kompass, der die vier Bereiche auf einen Zusammenhang orientiert und in dieser Bündelung zugleich "realpolitisch" und emanzipatorisch-gesellschaftsverändernd ist. http://www.theeuropean.de/frigga-haug/5474-die-vier-in-einem-perspektive http://www.vier-in-einem.de/ http://www.zeitschrift-luxemburg.de/vier-in-einem-perspektive-kompass-fur-die-politische-praxis/ http://www.friggahaug.inkrit.de/documents/DA291_fh.pdf https://www.youtube.com/watch?v=fqOTf3Ry0AA&feature=youtu.be